Neue S3-Leitlinie „Demenzen“ veröffentlicht
Diagnostik der neurodegenerativen Erkrankungen
Die Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN) sowie die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) haben am Jahresanfang 2016 ein Update der S3-Leitlinie „Demenzen“ veröffentlicht. In Abstimmung mit 21 Fachgesellschaften, Berufsverbänden und weiteren mit Demenz befassten Organisationen, wurden Empfehlungen für Prävention, Früherkennung, Diagnose sowie medikamentöser Therapie und psychosozialer Intervention ausgearbeitet.
Mit Blick auf die Differentialdiagnostik kommt der Liquordiagnostik zum Ausschluss anderer entzündlicher Gehirnerkrankungen weiterhin eine wichtige Rolle zu. Darüber hinaus können Biomarker, die eine Assoziation zur Alzheimer Demenz und anderen neurodegenerativen Erkrankungen haben, labordiagnostisch bestimmt werden. Diese sind Beta-Amyloid-(1-42), Tau-Protein und Phospho-Tau-Protein. Aufgrund von individuellen Konzentrationsunterschieden bei Messung der Beta-Amyloid-(1-42)-Konzentration, empfiehlt die Limbach Gruppe die Messung des Beta-Amyloid-(1-42)/(1-40)-Ratios. Hierdurch kann die diagnostische Aussagekraft weiter verbessert werden.
Die kombinierte Messung ist in der Aussagekraft den Einzelbestimmungen klar überlegen, erlaubt jedoch – auch nach Ergänzung der Beta-Amyloid-Ratio – keine absolut zuverlässige Trennung der unterschiedlichen Demenzformen. Um jedoch klinisch eine erste Hilfestellung zu geben, richtet sich die Befundinterpretation der Limbach Gruppe nach den Vorgaben der Deutschen Gesellschaft für Liquordiagnostik und Klinische Neurologie (DLGN).
Fachinformation "Beta-Amyloid-(1-42)/(1-40)-Ratio"
Dr. med. J. Bartel, Dr. med. A. Krebs, Limbach Gruppe
Quellen:
> Die Leitlinie Demenzen 2016: Punkt für Punkt. (24. März 2016).
> Demenz vom Alzheimer-Typ: Leitlinien-Demenz (22. Februar 2016).
> Deuschl F et al.: S3-Leitlinie „Demenzen“. Herausgebende Fachgesellschaften: DGPPN und DGN 2016.